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Eise Scoutschalet

Text: Roby Leven (www.leven.lu)

Eschdorf. Am Samstag, dem 15. September wurde der neue Scoutschalet der Gruppe "St. Pirmin vum Séi" offiziell seiner Bestimmung übergeben. Es ist das erste Scoutschalet in Luxemburg das nach dem Passivhausstandard gebaut wurde. Das Chalet dient auch als Musterhaus zur neuen Siedlung "Lascht Driecht" in der nur Häuser nach dem Niedrigenergiestandard, sogenannte 5-Liter Häuser, gebaut werden dürfen. Das Haus liegt nahe dem Dorf auf einer Anhöhe im Ardennergebiet Ösling auf einem 35 ar grossen Grundstück. Die Art der Benutzung, kein bewohnen, stellte hohe Anforderungen an die Berechnung der Belüftung.

Foto vum Chalet

Wie es begann

Die Gemeinde Heiderscheid verabschiedete im Jahre 2002 den Bau einer neuen Siedlung nach dem Niedrigenergiestandard und auf der Basis erneuerbarer Energien. Dazu wurden 28 Grundstücke auf einer Fläche von 2 Hektar eingeteilt. Das Lastenheft schreibt eine Fachberatung für Architekten und Bauherren vor. Da die Scouten des Dorfes Eschdorf eine Bleibe für die Versammlungen suchten wurde das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. So enstand im Jahre 2003 die Idee das Scoutchalet als Musterhaus in der neuen Siedlung zu errichten. Unter der Leitung des engagierten Bürgermeisters Marco Schank wurde eine Vereinigung gegründet und der Traum eines Home rückte näher. Der erste Spatenstich erfolgte im Jahre 2004. In der Zwischenzeit hatte man sich entschieden das Passivhaus bei der Firma Rensch bei Fulda bauen zu lassen. Dort wurde das Haus vorgefertigt und dann später in Eschdorf zusammengebaut.

Kein normales Passivhaus

Bei der Planung galt es einige Besonderheiten dieses Passivhauses zu beachten. Da das Chalet nicht bewohnt, sondern nur an bestimmten Tagen mit einer unterschiedlichen Anzahl an Mitgliedern bevölkert wird, war die Berechnung für die nötige Umwälzmenge der Luft eine ziemlich knifflige Angelegenheit. Die normale Bewohnung eines Passivhauses basiert auf der Berechnung einer eher festen Anzahl der Bewohner, die denn auch einen Anteil an der Energieversorgung darstellen. In diesem Fall ist es aber ganz anders. Es gibt Tage an denen 80 Menschen im Haus sind, manchmal auch nur 10, die denn auch verschiedene wärmeerzeugende Geräte in Betrieb nehmen, aber nicht immer. An wieder anderen Tagen ist das Haus leer, und damit wird ausser der vom Kühlschrank erzeugten Wärme nicht genug Energie zur normalen Temperierung bereitgestellt und zum Teil auch nicht gebraucht. Eine normale Berechnung konnte in diesem Fall also nicht in der Art funktionieren. Deshalb entschied man sich für eine Kombination von Wärmetauscher im Zusammenspiel mit einem Erdgasbrennwertkessel. Desweiteren wurde 1 m tief unter dem Haus eine Erdwärmeschlange verlegt. Die Aussenluft wird dadurch zuerst von der Erdwärme auf einige Grad vorgewärmt ehe sie in den Wärmetauscher gelangt. Die im Boden verlegte Luftschlange bietet ausserdem den Vorteil im Sommer die Luft zu kühlen. Desweiteren wurde die umgewälzte maximale Luftmenge beträchtlich erhöht, von 400 m3/Stunde auf 1500 m3/h. Dies war nötig damit die benötigte Luftmenge in den verschieden Situationen auch bereitgestellt werden kann. Mittels CO2-Sensoren wird die benötigte Frischluftmenge automatisch angepasst. Der Wärmetauscher und die entsprechenden Luftverteilungssysteme wurden zusammen mit dem Brennwertkessel im Dachboden untergebracht.

Das Haus

Auf einer Grundfläche von 10 x 20 m ( 200m2) wurden ohne Keller 2 Stockwerke gebaut. Das Haus wurde vorrangig zur Abhaltung von Versammlungen der Gruppe konzipiert. Die gesamte Hausfläche beträgt 353 m2, davon sind 270 m2 Versammlungsräume mit einem Gesamtvolumen von etwa 1600 m3. Insgesamt wurden 300 m3 Dämmmaterial verarbeitet. Da warmes Wasser nur sehr gering gebraucht wird entschied man sich elektrische Durchlauferhitzer zu benutzen. Eine Thermosolaranlage hätte in diesem Fall zuviel Aufwand bedeutet. Dazu überlegt man grünen Strom zu benutzen. Die Wasserversorgung wird vom regionalen Syndikat gesichert.

Die Finanzierung

Der Bau des Chalet hat etwa 650.000 EUR gekostet. Finanziert wurde das Unternehmen zu 50% vom Familienministerium, desweiteren durch Zuschüsse von der Gemeinde Heiderscheid und den Umliegenden Gemeinden, der Kirchenfabrik sowie Privatspenden in der Höhe von 70.000 EUR. Der Innenausbau, inklusive der innenliegenden Türen wurde in Eigenregie durch viele fleissige Hände erstellt. Auch Privatfirmen aus der Region scheuten sich nicht Material zum Selbstkostenpreis zur Verfügung zu stellen oder die Arbeitsstunden nicht in Rechnung zu stellen. Das Chalet verfügt über 4 Versammlungsräume, ein Büro, eine Küche, einen Bastelraum und die nötigen sanitären Einrichtungen.

Einweihung

Die Einweihung fand am Samstag, dem 15. September 2007 im Beisein von vielen Lokalen und nationalen Persönlichkeiten statt, so z.B. Familieministerin Marie-Joseé Jacobs, der Generalkommissarin der Lëtzebuerger Guiden a Scouten Martine Piccard, sowie den Bürgermeistern der Gemeinde Heiderscheid und der umliegenden Gemeinden. Die wichtigsten waren aber wohl die fleissigen Hände der letzten Jahre.



Fotoen Chalet



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